Susann Pásztor: Die Geschichte von Kat und Easy

Nachdem mich Susann Pásztor bereits 2017 mit dem außergewöhnlichen Roman „Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster“ sehr berührt hat, habe ich mich auf ihr neues Buch sehr gefreut. Schwierige Themen greift die Autorin realistisch auf und auf bemerkenswerte Weise gelingt es ihr, Schweres leicht und berührend zu erzählen. Ihre Charaktere sind keine Helden, sondern Menschen auf der Suche, gescheitert zerbrechlich, aber auch lebensbejahend und humorvoll. Ob sie über Sterbebegleitung oder zerbrochene Freundschaften spricht, es geht immer um alles.

Im neuen Roman geht es um die Freundschaft zwischen Kat und Easy. 1973 sind beide 16 Jahre alt und leben in der Provinzstadt Laustedt. Sie sind jung, abenteuerlustig, verliebt und genießen das Leben und die Musik der 70er. Pásztor lässt uns die 70er noch einmal miterleben. Mit vielen Musikzitaten erweckt sie das Gefühl der Zeit zum Leben.

Durch ein tragisches Unglück aber zerbricht die Freundschaft zwischen Kat und Easy. Sie brechen den Kontakt ab. Als Sechzigjährige treffen die Freundinnen auf Kreta wieder zusammen. In einem alten Haus an der Südküste von Kreta stellen sie sich der Gegenwart und der Vergangenheit. Wie kam es zum Bruch? Ist ihre Freundschaft zu retten? Sie ringen um die Wahrheit, sie lassen schmerzhafte Erinnerungen nicht aus.

Die Insel Kreta, fast beiläufig mit den Augen von Kat beschrieben, bleibt im Kopf des Lesers immer als Kulisse präsent. Pásztor wechselt im Roman die Zeitebenen. Wir folgen diesem Abenteuer gebannt. Darüber hinaus gibt es einen Mailwechsel der Freundinnen. Kat schreibt einen Blog als Lebensberaterin, über den sich die Freundinnen nach Jahrzehnten wiederbegegnet sind. Easy lädt Kat in ihr Haus auf Kreta ein, der Ausgangspunk für diese wunderbare Geschichte über die Unwägbarkeiten des Lebens.Susann Pásztor ist erneut ein großartiger Roman gelungen.

(AB)

Pásztor, Susann
Verlag Kiepenheuer & Witsch GmbH & Co KG
ISBN/EAN: 9783462052817
20,00 € (inkl. MwSt.)