Jane Gardam: Robinsons Tochter

Übersetzt von Isabel Bogdan, die mit ihren Büchern „Der Pfau“ und „Laufen“ bekannt geworden ist, liegt ein weiteres Buch der Grande Dame der englischen Literatur in deutscher Sprache vor.  Jane Gardam ist in ihrem Leben mit vielen literarischen Preisen bedacht worden. In ihrer fiktiven Autobiographie lässt Jane Gardam ihre Protagonistin 88 Jahre alt werden. Queen Victoria stirbt 1901, das „viktorianische Zeitalter“ geht zu Ende.

1904 zieht die sechsjährige Polly Flint in das Gelbe Haus am Meer zu ihren beiden frommen Tanten. Ihr langes Leben beginnt unter schwierigen Vorzeichen. Polly ist Vollwaise und hat schon verschiedene Pflegefamilien überlebt. Im Gelben Haus fühlt sie sich geborgen. „Was für ein braves Mädchen sie ist, das sagten sie sogar von mir, was ich wirklich nett fand.“

In „Robinsons Tochter“ wird die kleine Polly durch den Umgang mit Büchern zu einer leisen Rebellin. Ein richtungsweisender Klassiker hat es ihr besonders angetan: Robinson Crusoe. Die englische Literatur des 19. Jahrhunderts spielt eine große Rolle in diesem Roman. Jane Austen, George Eliot, die Brontës, große Schriftstellerinnen und Schriftsteller, es ist auch ein Buch über Bücher. Es ist auch die Geschichte für Emanzipation und gegen Frömmelei.

Das 20. Jahrhundert mit seinen Kriegen und dem Holocaust – und einer Frau, die im Gedächtnis bleibt. Polly Flint verlässt ihre einsame Insel nie ganz, findet doch am Ende ihre Bestimmung. Es wäre schade, sie nicht kennenzulernen.

(J.H.)

Gardam, Jane
Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG
ISBN/EAN: 9783446267831
24,00 € (inkl. MwSt.)